Bardengesang

Einst wanderte ich zur Abendstunde
durch ein Dörfchen im Talesgrunde
die Blicke der Leute sie folgten mir,
sie dachten und tratschten: was will die denn hier?
Mich stört nicht der Leute dummes Gered
so ziehe ich weiter auf meinem Weg
betrete die Schenke und setze mich dort
die Blicke der Leute folgen mir immerfort

Ich weiß sehr wohl worauf sie sehn
Ebenso weiß ich, sie können nicht verstehn
warum mir Lumpen und kein Abendbrot
noch lieber sind als Plackerei bis in den Tod
Die Kleider sind löchrig und verschmutzt
die Füße sind schuhlos, das Haar ungeputzt
Manchmal da nennen sie uns Streunerpack,
Ja, aber manchmal ist es das was ich mag

Willst du Fremder mich verstehn,
traust du dich mir in die Augen zu sehn?
Mein Leben ist Freiheit – erlebte so viel
Ich brauche kein Heim, der Weg ist mein Ziel.
Willst du mir sagen, mein Leben sei schwer
So sag ich: Nein, denn nichts plagt mich so sehr,
dass ich’s nicht entschädigt durch Lautenklang
durch Märchen, durch Tanz und durch Bardengesang.

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