Die Ballade vom zu Spät kommen

Der Nebel lag dicht an der Burg. Der Wald rauschte im Wind.
In dieser Nacht die Königin gebahr ihr viertes Kind.
Der Regen prasselt auf das Sims, ein lauter Schrei erschallt.
Das Königskind es war gleich tot! Sein Atem, sein Atem, sein Atem leis verhallt.

Ein Sturmwind fegt, der Wald sich biegt, die Blitze zucken grell.
Der Medikus mit seinem Wissen war zu spät zur Stell.
Der Säugling hatte sich schon selbst stranguliert im Bauch,
in seinem Grimm der König brüllt: Doktor, das blüht Euch auch.

So läßt er den Doktore schnappen sperrt ihn ein geschwind.
Zu ihm, hinter die Mauer dick legt er das tote Kind.
Nicht eine Stunde ward er alt, das selbe blüht auch dir.
Hängen sollst du noch bevor die Sonne scheint allhie.

Der Arzt, er hört den Hammerschlag, das Bauwerk gilt wohl ihm:
Drei Meter hoch, ein langes Seil mit einer festen Schling’.
So sitzt er bei des Königs Kind, denkt nach über den Grund,
warum er nicht zur Stelle war in dieser schweren Stund:

Er lag zuhaus, bei seinem Weib. Ein Kindlein wollt er machen,
als an der Tür des Königs Magd klopft an mit lautem Pochen.
“Jaja, sogleich eil ich zu Euch und öffne Euch die Pforte,
schick nur noch meinen Samen schnell, meins Weibes Schoß ihn horte!

Gestört von diesem Zwischenfall der Arzt braucht etwas länger.
Denn beim gedenk an die Geburt der Arzt braucht etwas länger.
Ein Hänger soll auch er nun sein nach königlichem Sagen,
Ach wenn sein Weib sein Schicksal hört! Im Schmerz wird sie im Schmerz wird sie im Schmerz wird sie verzagen.

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