Gerechtigkeit ist teuer

Auf des Fürsten Hochzeitsmahl drängeln sie sich in den Saal
hier möchte jeder Höfling sein sie stehn sich platt die Sohle.

Schwartenhäls und Schinderknecht ziehen in das Fressgefecht
wo Hurenböcke Weiber frein´ da fühlen sie sich wohle.

Der Fürst dann zu der Schlacht rausbrüllt das Fressen aus den Trügen quillt
sie stopfen sich die Mäuler voll und laben sich am Weine.

So frisst sich jeder Saubermann viel mehr als er vertragen kann
sie werden von den Weibern toll und lecken ihre Beine.

Draußen in der Winternacht wo der kahle Asten kracht
da frieren sich die Bauern ein und sitzen um ein Feuer.

Die Bäurin an der Suppe schlürft das Feuer ihre Schatten wirft
wie warm wird’s wohl im Schlosse sein? Das Leben dort ist teuer!

Der Bauer nach der Decke sucht und dabei die Herrn verflucht
das Vieh im Stall nach Fressen schreit sie hamn´ nur kalte Steine.

Das Kind zittert wie Espenlaub und seine Finger sind schon taub
der Sensenmann, der ist nicht weit und Gnade kennt er keine.

Indess im Festsaal von dem Schloss vergnügt sich Fürst samt seinem Troß
sie lachen, tanzen, mit Pläsiere im Rausch vom teuren Weine.

An des Schlosses Hauptportal klopft es dann mit lautem Hall
der Fürst der schreit: „Macht auf die Tür!“ „Ein Gast will noch hereine!“

Die Dienerschaft schließt auf das Tor es steht der Sensenmann davor
mit einer Fackel in der Hand legt er im Schlosse Feuer.

In der Flammen hellen Licht das Schloss in sich zusammenbricht
die Brut erstickt im Höllenbrand Gerechtigkeit ist teuer!

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