Winterüberdruss

Uns hat der Winter geschad überall.
Heide und Wald sind beide nu fahl,
da manig Stimme viel süß innehall –
säh ich die Mägd an der Straße den Ball
werfen, so käm uns der Vogele Schall

Möchte ich verschlafen des Winters Zit,
wach ich die Wile, so han ich sin Nit,
das sin Gewalt ist so breit und so wit.
Weiß Gott, er lat auch dem Maien den Strit:
so ließ ich Blumen, wo Riefe nu lit.

Im Mayen

Im Mayen, im Mayen,
hört man die Hahnen krayen,
freu´ Dich Du schöne Bauernmaid,
wir woll´n den Haber sayen,
Du bist mir lieber denn der Knecht,
Du tust mir meine Alte recht.

Bumm Maidlein, bumm
ich freu´ mich Dein ganz rum und um
wenn ich freundlich zu Dir kumm
hinter dem Ofen rum und um
freu Dich Du schöne Bauernmaid
ich kumm, ich kumm, ich kumm.

Es seyen zwölf Monat
im ganzen langen Jahre,
das sagen uns die Weisen
ja ganz und gar für wahre,
ein jeder hat sein Eygenart,
der eyne prasst, der and´re spart.

Bumm, Maidlein, bumm ……….

So treiben wir den Winter aus

So treiben wir den Winter aus
durch uns´re Stadt, zum Tor hinaus
mit sein´ Betrug und Listen
den rechten Antichristen.

Er brachte Leid, viel Schmach und Schand
in unsere Stadt und auch aufs Land
er sähte viel Verderben
und dafür muß er sterben.

Wir treiben ihn von Berg zu Tal
damit er sich zu Tode fall
wir jagen ihn über die Heiden
das er den Tod muß leiden.

Und ham´ wir den Winter ausgetrieben
so bring´ wir den Sommer wieder
den Sommer und den Maien
die Blümlein mancherleien.

Der Winter ist vergangen

Der Winter ist vergangen, ich seh des Maien Schein,
ich seh die Blümlein prangen, des ist mein Herz erfreut.
So fern in jenem Tale, da ist gar lustig sein,
da singt die Nachtigale und manch Waldvögelein.

Ich geh’ ein Mai zu hauen, hin durch das grüne Gras,
schenk meinem Buhl’n die Treue, die mir die Liebste was,
und bitt’, daß sie mag kommen all’ an dem Fenster stahn,
empfangen den Mai mit Blumen, er ist gar wohlgetan.

Er nahm sie sonder Trauern in seine Arme blank.
Der Wächter auf der Mauern hub an ein Lied und sang:
“Ist jemand noch darinnen, der mag bald heimwärts gahn!
Ich seh den Tag herdringen schon durch die Wolken Klar.

Ade, mein Allerliebste, ada, schön’s Blümlein fein.
Ade, schön Rosenblume, es muß geschieden sein!
Bis, daß ich wiederkomme, bleibst du die Liebste mein;
das Herz in meinem Leibe gehört ja allzeit dein.

Grüß Gott, du schöner Maien

Grüß Gott, du schöner Maien, da bist du wiedrum hier!
Tust jung und alt erfreuen mit deiner Blumen Zier.
Die lieben Vöglein alle, die singen also hell;
Frau Nachtigall mit Schalle hat die führnehmste Stell.

Die kalten Wind verstummen, der Himmel ist gar blau,
die lieben Bienlein summen daher auf grüner Au.
O holde Lust im Maien, da alles neu erblüht,
du kannst mir sehr erfreuen mein Herz und mein Gemüt.

Der Mai tritt ein mit Freuden

Der Mai tritt ein mit Freuden, es flieht der Winter kalt, die Blümlein auf der Heiden,
die blühen mannigfalt. Ein Röselein zarte, von Farbe so schön,
das blüht in meinem Garten, vor allen ich’s krön.

Es ist so wohlgemute, das Röselein rot, erfrischet Sinn und Mute,
errettet aus der Not. Es ist mein Ehrenpreise, dazu mein Augentrost,
und hat mit allem Fleiße vom Tode mich erlost.

Ach, Röselein, mein Wegwart, gar freundlich ich bitt’, mein Wanderstab zu aller Fahrt,
dazu Vergißmeinnit! Die Not muß vertilgen, so lang du nur mein;
Kathrinchen von der Lilgen mein Röslein muß sein.