Die lustige Müllerin

Es war einmal eine Müllerin,
ein wunderschönes Weib,
sie tut ja selber mahlen,
schön Geld sich zu ersparen,
wollt selber der Mahlknecht sein.

Und als der Müller nach Hause kam,
vom Regen war er naß:
Steh nur auf, steh nur auf, du Stolze,
mach mir ein Feuer von Holze,
vom Regen bin ich naß.

Ich steh nicht auf, laß dich nicht ein,
sprach die Müllerin.
Ich hab heut nacht gemahlen
mit schönen, jungen Knaben
bis an den frühen Tag,
daß ich nicht aufstehen mag.

Stehst du nicht auf, läßt mich nicht ein,
sprach nun der Müller fein,
so tu ich die Mühl verkaufen.
Das Geld tu ich versaufen
beim roten, kühlen Wein,
wo schöne Mädchen sein.

Tust du die Mühl verkaufen,
was mach ich mir daraus?
Dort unten auf grüner Heide
bau ich mir eine zweite,
wo’s frische Wasser quellt,
das Mahlen mir gefällt.