Ach Elslein, liebes Elslein mein

Ach Elslein, liebes Elslein mein, wie gern wär ich bei dir!
So sind zwei tiefe Wasser wohl wischen dir und mir.

Das bringt mit große Schmerzen, herzallerliebster G’sell!
Und ich von ganzem Herzen gab’s für groß Ungefäll.

Hoff’, Zeit wird es wohl enden, hoff’, Glück werd’ kommen drein,
sich in all’s Gut’s verwenden, herzliebstes Elselein!

Es steht ein Baum im Odenwald

Es steht ein Baum im Odenwald, der hat viel grüne Ast;
da bin ich wohl vieltausendmal bei meinem Schatz gewest.

Da sitzt ein schöner Vogel drauf, der pfeift gar wunderschön;
ich und mein Schätzlein lauern drauf, wenn wir miteinander gehn.

Der Vogel sitzt in seiner Ruh wohl auf dem höchsten Zweig;
und schauen wir dem Vogel zu, so pfeift er alsogleich.

Der Vogel sitzt in seinem Nest wohl auf dem grünen Baum;
ach, Schätzei, bin ich bei dir g’west, oder ist es nur ein Traum?

Und als ich wiederkam zu ihr, verdorret war der Baum;
ein andrer Liebster stand bei ihr, jawohl, es war ein Traum.

Der Baum, der steht im Odenwald, und ich bin in der Schweiz;
da liegt der Schnee so kalt, so kalt, mein Herz es mir zerreißt.

Kommt a Vogerl geflogen

Kommt a Vogerl geflogen, setzt sich nieder auf mein Fuß,
hat a Zetterl im Goscherl und vom Diarndl an Gruß.

Hast mi allweil vertröstet uf die Summerizeit, und der
Summer is kumma, und mei Schatzerl ist weit.

Daderheim ist mein Schatzerl, in der Fremd bin i hier,
und es fragt halt kein Katzerl, kein Hunderl nach mir.

Liebes Vogerl flieg weiter, nimm an Gruß mit und an Kuß!
Und i kann die nit b’gleita, weil i hier bleiben muß.

Nachtigallenlied

Viel Freuden mit sich bringet die schöne Sommerzeit;
im grünen Wald jetzt singet wiedrum in Freudigkeit
ohn Unterlaß mit hellem Schall aus ihrem Hälslein zart
sehr schön und fein Frau Nachtigall, kein Müh noch fleiß sie spart.

Des Nachts, wenn ist vorüber der anderen Vöglein G’sang,
so schwingt sie ihr Gefieder und singt mit lautem Klang bald
auf das neu gar hübsch und fein, bis daß an bricht der Tag;
ihr wunderschöne Melodein kein Mensch beschreiben mag.

Wenn ich ein Vöglein wär

Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flüglein hätt,
flög ich zu dir, flög ich zu dir. Weils aber nicht kann sein,
weils aber nicht kann sein, bleib ich allhier.
Bin  ich gleich weit von dir, bin ich doch im Schlaf bei dir
und red mit dir, Wenn ich erwachen tu, bin ich alein.
Es vergeht kein Stund in der Nacht, da mein Herze nicht erwacht
und an dich gedenkt, und an dich gedenkt,
das du mir viel tausendmal, tausendmal dei Herz geschenkt, dein Herz geschenkt!