Gut Gsell und du mußt wandern

Gut Gsell und du mußt wandern, das Mägdlein liebt ein’n andern;
die ich geliebet hab, bei der bin ich schabab 1).
Kann dirs nit gnugsam klagen, mein Schmerz und auch mein Pein.
Ich hoff jedoch, es wird sich noch an ihr selbst rächen fein.

Doch reut mich noch das Mägdelein, dieweil es ist so zart und fein,
daß sie ihr junge Tag verzehren soll in Klag mit einem alten Mann,
der keine Freud ihr macht, nur sauer sieht und stetig kriegt 2),
des Jahrs nur einmal lacht.

Also muß ich mich scheiden hin, wenn ich gleich jetz und traurig bin;
nach solcher trüben Zeit komme gern wieder freud!
Wenn Gott, der Herr, läßt scheinen sein liebe, helle Sonn im grünen Wald,
alsdann kommt bald auch wieder Freud und Wonn!

1) abgewiesen, verachtet
2) stets zankt

Hinweise zu den Liedtexten

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