Spielmanns Höllenfahrt

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Im Jahr des Herrn sechzehnhundertundzehn

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Glaube ich, da ist es wohl gescheh’n

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Des Spielmanns letzter Atemzug

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Das Lumpenpack ihn zu Grabe trug

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Der Pfaff hatte für ihn keine Zeit

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So starb er und hatte nichts bereut

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Er wusste was droht, machte sich nichts vor

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Als er dann stand vorm Höllentor

 

Und wie er dann in die Hölle rein kam
Nahm der Teufel ihn sofort beim Arm
„Hör her, deine Strafe ist schon klar,
Du dienst als Schreiber hundert Jahr‘!“
„Die Strafe scheint mir erstaunlich gering,
Weil ich nicht oft in die Kirche ging.
Ich hab‘ gehurt und viel gesoffen,
Wie kann ich da auf Milde hoffen?“

Da lacht der Teufel und er spricht:
„Was du getan, war so schlimm nicht.
Dass man dich hier mit Feuer quält,
hat dir gewiss doch ein Pfaff erzählt!
Der war nur neidisch aufs Liebesspiel
Ihm verbot es doch so ein Konzil
Vor 500 Jahren und seitdem
Dürfen sie nicht mehr zum Weibe geh’n!

Von dir weiß ich deine Missetaten
Waren meist nur zu eigenem Schaden
Und letztlich sprachst du nie dabei
Dass es in Gottes Namen sei
Wenn wir in jenen Raum dort geh’n
Wirst du die wahren Sünder seh’n!“
Und als sie schritten dort hinein
Hörte der Spielmann die Seelen schrei’n

Da sah er Feldherrn, Mörder und Schlächter
Wenige Streuner und gar keine Pächter
Ritter mit Kreuzen und Konquistador’n
Von niederem Adel und hoch wohl gebor’n
Doch nicht nur Gestalten aus eigenem Lande
In Gesichter von Völkern, die er nicht kannte
Die Gott bei anderem Namen nennen
Sah er dieselbe Verderbtheit brennen

Die Rücksichtslosen und schrecklich Grausamen
Die mordend schreien „In Gottes Namen“!
Mussten all ihre Taten verkünden
Und der Spielmann notierte all ihre Sünden
Er hörte des Bischofs wütend‘ Gewimmer
„Habt Gnade, die Heiden waren schlimmer!“
Da hat sich der Teufel vor Lachen gebogen,
„Die waren bei Weitem nicht so verlogen!“

Die meisten die folgten war’n Monotheisten
Dazu Konfuzianer und auch Buddhisten
Sie hatten Weisheit und Liebe gepredigt
Und trotzdem eiskalt das Morden erledigt
Der Spielmann spürte wie er denen grollte,
Die stets behaupten, dass Gott es so wollte
Er wollte sie strafen doch das war nicht sein Amt
Er war hier nur zum Schreiben verdammt

Allein ihre Taten bestimmten das Urteil
Kein Glaube, kein Amt brachte ihnen Vorteil
Er dachte zuerst, das könnte nicht sein
Doch dann fiel ihm plötzlich das Gleichnis ein
Vom Verletzten, den ein Priester liegen ließ
Bis ein Samariter dann zu ihm stieß
Und tat was Gott wollt‘ auch ohne Bekenntnis
Dein Tun nur entscheidet war die Erkenntnis !

Er hätte von Brüderlichkeit singen sollen,
Nicht nur von Fässern von leeren und vollen
Als er erwachte schienen die Sterne
Er lag im Hofe einer Taverne
Er hätt‘ das Erlebte als Traum gern verbannt
Doch da war die Feder in seiner Hand
Die roch nach Schwefel und ihm war heiß
Er blickte zum Himmel und seufzte leis‘

Hinweise zu den Liedtexten

Wir sind bemüht, keinerlei Rechtsverletzungen bezüglich der aufgenommenen Lieder zu begehen. Jedoch gehen wir bei Stücken die uns zugesandt werden davon aus, dass sie entweder aus der Feder der sendenden Person stammen oder dass diese die Zustimmung des Autors für die Weitergabe eingeholt hat. Sollte diesbezüglich irgendeine Art von Fehler passiert sein, bitten wir um eine Nachricht. Der strittige Text wird dann umgehend entfernt.

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