Schmähet nicht die Jugend

Du bist jung, Du sollst nicht sprechen
Du bist jung, wir sind die Alten.
Laß die Wogen erst sich brechen
und die Gluten erst erkalten.

Du bist jung, Dein Tun ist eitel
Du bist jung und unerfahrn´
Du bist jung, kränz Deinen Scheitel
erst mit unsren weißen Haaren.

Lern mein Lieber erst entsagen
lass die Flammen erst verrauchen
lass dich erst in Ketten schlagen
dann vielleicht kann man Dich brauchen.

Nein, Ihr Herren, Ihr Gefangnen
möchtet Eures gleichen schauen.
Doch, Ihr Hüter des Vergangnen
wer soll denn die Zukunft bauen?!

Sprecht, was ist denn Euch verblieben
außer uns als wackre´ Stützen
wer soll Eure Töchter lieben
wer soll Eure Häuser schützen?

Schmähet, schmähet nicht die Jugend
wie sie laut sich auch verkündigt.
Oh, wie oft hat Eure Tugend
an der Menschheit sich versündigt!

Lied der Gefangenen

Intro

Als die Großmutter die Liese behext,
da wollten die Leut´sie verbrennen
Schon hatte der Amtmann die Tinte verkleckst
Doch sie wollte nicht bekennen

Ref.:
Rabe komm herbei geflogen
Morgen werd ich sterben
Mit Hexenspruch und bösem Blick:
Stürz sie ins Verderben

Und als man sie in den Ofen schob
Da schrie sie Mord und Wehe
Und als sich der schwarze Qualm erhob
Flog als Rabe sie in die Höhe

Ref.

Mein schwarzes gefiedertes Großmütterlein
O komm´ mich im Turme besuchen
Komm fliege geschwind durch das Gitter hinein
und bringe mir Käse und Kuchen

Ref.

Mein schwarzes gefiedertes Großmütterlein
Oh möchtest du nur sorgen
dass die Muhme nicht auspickt die Augen mein
Wenn ich lustig hänge morgen.

Ref.