Dorfabend

Der alte Nebel umhing das alte Dorf
Und tropfte von feiner Schindel grünem Schorf.

Das Abendläuten schepperte fast wie Spott,
Doch auch im Klang der kleinen Glocke ist Gott.

Nun schwieg das Glöckchen, ein spizer Regen fiel ein,
Das alte Dorf war im alten Nebel allein.

Im Bauernstalle schwankte stummen Geläuts
Der Tranlaterne riesiges Schattenkreuz.

Die Kühe malmten, schaumig ins Melkfas scholl
Der Strahl vom Futer, das über den Händen quoll.

Nun stellte die Magt den niedrigen Schemel zur Wand,
im Klee der Krippe fegte sie Arm und Hand.

Und als der Knecht ihr griff um das Miederbund,
Gab sie ihm ruhevoll zum Kuß den Mund.

Die Kühe malmten, unbeweglich stand
Der Stallaterne Schattenkreuz an der Wand,

Und droben rieselten über das Schindeldach
Rieselnde Tropfen riesenlden Tropfen nach…

Hinweise zu den Liedtexten

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